Bewachung

Über 250.000 Menschen sorgen jeden Tag mit ihrer Arbeit für die öffentliche Sicherheit. Dabei ist es egal, ob sie in und vor Kernkraftwerken oder Kasernen arbeiten, Baustellenarbeiten der Deutschen Bahn absichern oder vor Clubs und öffentlichen Einrichtungen für Ruhe sorgen.

Sie alle zeigen, dass Sicherheit kein anonymes Wort ist, sondern ein Zustand, der durch die tägliche Arbeit von Menschen erst konkret geschaffen wird. Eine einfache Erkenntnis, die aber leider bei der Politik noch nicht angekommen ist. Oder noch schlimmer: bewusst verdrängt wird. Denn Sicherheit hat ihren Preis. Wer die öffentliche Sicherheit fordert, muss die Arbeitsplätze dafür auch entsprechend ausstatten. Es braucht gute Bezahlung und gesunde Arbeitsbedingungen. Etwas, wovon die meisten Beschäftigten weit entfernt sind. Dies zeigen auch die Ergebnisse unserer Befragung ganz deutlich. Egal, ob bezogen auf die täglichen Anforderungen der Arbeit, den eigenen Entwicklungsmöglichkeiten oder der Arbeitsintensität: aus Sicht unserer Kolleginnen und Kollegen alles Felder mit dringenden Handlungsbedarf.

Heute macht die Arbeit in dieser Branche krank. So verwundert es auch nicht, wenn hohe Krankenstände verzeichnet werden und viele motiviert in ihren Beruf gestartete Beschäftigte schon bald auf der Suche nach einer Tätigkeit in einer anderen Branche sind. Wenn das monatliche Einkommen nicht vorne und hinten reicht, der Gedanke an Miete, Lebenskosten und Absicherung zum Krankmacher wird, dann verliert der eigene Job schnell an Reiz, selbst wenn man vom Sinn der Tätigkeit voll überzeugt ist.

Hier ist in erster Linie die Politik und die Öffentlichkeit gefragt. Denn, wenn Aufgaben des Staates auf Unternehmen übertragen werden, darf das nicht mit Kosteneinsparungen einhergehen. Wer die Staatskosten so verringern will, macht dies auf Kosten der Beschäftigten direkt und der allgemeinen Sicherheit damit indirekt.